Aktuelle Infos

Konflikt in der KBV

Liebe hausärztlich-internistische Kollegínnen und Kollegen,

 

wie Sie sicherlich der Presse entnommen haben: In der KBV "brennt der Baum". Zwischen dem 1.Vorsitzenden der KBV, Herrn Köhler, und der 2.Vorsitzenden, Frau Feldmann, war offener Streit entbrannt. Frau Feldmann wird von vielen Seiten vorgeworfen, zusammen mit ihren Getreuen eine Spaltung der KV in einen hausärztlichen und einen fachärztlichen Anteil zu betreiben - ein Vorwurf, dem Frau Feldmann widerspricht.

 

Eine Verständigung sowohl zwischen den Vorsitzenden als auch zwischen etlichen Vertretern aus der Hausärzte- und der Fachärzteseite scheint zur Seite nicht mehr möglich; eine ernsthafte Beschädigung unserer Selbstverwaltung - und damit unserer berufspolitischen Vertretung - droht.

 

Die VHI Bremen zusammen mit den anderen Kollegen der NEUEN HAUSARZTLISTE möchten Sie mit dem nachstehenden Fax-Letter, der Ihnen dieser Tage auch in die Praxis geflattert ist, informieren und Sie aufrufen, an einer Protestaktion gegen die Spaltung unserer Selbstverwaltung teilzunehmen. 

Unten können Sie das Fax als pdf ansehen bzw. herunterladen:

 

(Das Protestfax können Sie sich auch bei http://Neue-Hausarztliste.de herunterladen.)

 

Lesen Sie auch die Stellungnahme von Gerd Praetorius zu den politischen Hintergründen.

Infos zur KBV-Spaltung
Infofax_Spaltung_041213 (1).pdf
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Spaltung der KV?

Ein Kommentar von Gerd Praetorius

 

Die Spaltung der KV ist sicher nicht zu Ende gedacht. Ich meine zwar schon, dass es nicht geht, wenn fachärztliche Kollegen über die Zusammensetzung hausärztlicher Ausschüsse entscheiden und umgekehrt. 

Auch ist Herr Köhler sicher sehr machtbewust aufgetreten, anscheinend hatte die 2. Vorsitzende keinen uneingeschränkten Zugang zu allen Abteilungen der KBV, der Antrag von Frau Feldmann lässt sich auch als Liste der erlittenen Verletzungen lesen. Andererseits mag das ihrem und dem konfrontativen Auftreten des HÄV geschuldet sein…

 

Eine Spaltung der KVen wäre aber auch ein Durchmarsch des HÄV - kleinere Arztgruppen im Hausärztelager - man kann da z.B auch an die hausärztlichen Internisten denken - würden kaum noch zu Wort kommen, zumal sie regional sehr unterschiedlich aufgestellt sind. Da versteht sich die Solidarität der kleinen mit dem KV-System fast von selbst.

Man könnte allenfalls darauf spekulieren, dass ein dominanter HÄV in einer separaten Hausärzte-KV die Bildung oppositioneller Hausarztorganisationen provozieren und sich so zu Tode siegen könnte - bisher ist der HÄV ja sehr auf eine Oppositionsrolle festgelegt und argumentiert für die Diktatur des Proletariats.

Es käme sehr darauf an, wie demokratisch eine Hausarzt-KV strukturiert wäre und wie die Aufsicht funktioniert.

 

Bei einer paritätischen Besetzung der Gremien einer gemeinsamen KV gäbe es schwer zuzuordnende Gruppen - als erstes die Psychos, denen sicher auch die Rolle des Züngleins an der Waage gefallen würde, aber auch MVZs oder angestellte Ärzte. Vielleicht könnten die Hausärzte ja Repräsentanten der ambulanten Pflege zu ihrer Verstärkung holen. Was ist eigentlich mit den technikarmen nicht operierenden Fachärzten, haben die nicht oft gemeinsame Interessen mit uns?

 

Die KBV und manche LandesKVen (z.B. Berlin) schaden zur Zeit eher dem Image der Ärzteschaft und lassen uns eher wie einen korrupten geld- und machtgeilen Haufen als wie eine verantwortungsbewusste Ärzteschaft wirken - man kann sich fragen, wie viel da noch zu schwächen ist…

Neues zum EBM

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!
Ab dem 1.10.2013  ändert sich unser EBM – ob wir wollen oder nicht. Die meisten von uns wollen eher nicht... Dennoch gab und gibt es keine Möglichkeit, dieser Änderung auszuweichen. Ihre VHI Bremen möchte Ihnen einige Hintergrundinformationen und etliche praktische Tipps zur Umsetzung der Neuerungen geben. Auf der politischen Bühne gab es während der Entstehung des hausärztlichen Teils des neuen EBMs viel Unruhe und Unverständnis ob der darin enthaltenen Regelungen. Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass treibende Kraft der Neuerungen die „reichen“ KVen im Süden und Osten unserer Republik waren. Hier hatte sich durch Honorarsteigerungen der Vergangenheit so viel Geld in den Schatullen gesammelt, dass dieses mit den alten EBM-Regularien gar nicht ausgeschüttet werden konnte. So entstanden die Ideen von zu begünstigenden großen „Versorger-Praxen“ und so genannten „typischen“ Hausärzten.


Die beiden Bremer Stimmen in der KBV konnten gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten diese Neuerungen nur diskutieren, aber nicht verhindern. Immerhin ist die – Entschuldigung – bescheuerte Idee vom Tisch, Hausärzte in „typisch“ und „atypisch“ (gemeint waren damit z.B. diabetologisch oder schmerztherapeutisch tätige Kollegen/innen) aufzuteilen.


Was also kommt auf uns zu? Die gute Nachricht ist, dass sich nur wenige Ziffern wirklich ändern. 
1.) Die Versichertenpauschale wird in fünf – statt wie bisher in drei –Altersklassen aufgeteilt. Im Vertretungsfall fließt nur die halbe Versichertenpauschale. Achtung: Die Altersgruppe vom 19. bis zum 54. Lebensjahr verdient dabei am wenigsten Geld. Praxen mit einem niedrigen Morbi-Faktor, also einem jungen Patientenklientel, müssen gut aufpassen, die entstehenden Lücken mit anderen Leistungen zu füllen. 

 

2.) Unser Alltagsgeschäft, nämlich das ausführliche hausärztliche Gespräch, wird wieder einzeln vergütet. Damit jetzt nicht jeder „in die Menge geht“, ist diese Leistung kontingentiert und kann im Prinzip nur bei jedem 2. Patienten abgerechnet werden. 

 

3.) Strukturpauschale mit einem 10%-Plus für (da haben wir sie: ) fallzahlstarke Versorgerpraxen mit über 1200 Fällen pro Arzt und (bitter!) einem Abschlag von 10% für Kleinpraxen unter 400 Fällen pro Arzt. 

 

4.) Neuregelung des Chronikerzuschlags. Hier wird man mit den Kontakten über die Quartale noch besser aufpassen müssen; außerdem gibt es zwei Ziffern: für einen und für zwei Kontakte.


Diese 4 Ziffern-Komplexe hat die KV Bremen nach ausführlicher Beratung im hausärztlichen Fachausschuss, im Honorarausschuss und in der Vertreterversammlung vom 27.8.13 komplett ins RLV übernommen. Hintergrund: einmal sicherlich die Vereinfachung und dann eine bessere Übersicht über die Abrechnung von Ziffern, die entweder weitgehend vorgegeben oder ohnehin kontingentiert sind.
Als wirkliche neue Leistungen – für die auch zusätzliches Geld eingestellt worden ist - tauchen die folgenden Bereiche auf. 
1.) Geriatrische Versorgung. Wichtig: Die Ziffer für den „Hausärztlich-geriatrischen Betreuungskomplex“ kann erst nach Durchführung des geriatrischen Basisassessments abgerechnet werden. Allerdings sind weder zusätzliche Fortbildungen notwendig, noch wird die Vokabel „Hausärztliches Basisassessment“ näher präzisiert, so dass die Professionalität der Kollegen/innen hier vorausgesetzt wird.

2.) Palliativmedizinische Betreuung

3). Sozialpädiatrische Leistungen der Kinder- und Jugendärzte


Für diese 3 Leistungskomplexe sind von der KV Bremen Bereitstellungsvolumina gebildet worden, aus denen die Leistungen bezahlt werden. Sollten die Anforderungen das jeweilige Volumen übersteigen (je Bereich 70.000 Euro), wird allerdings quotiert. 
Am 18. und am 25. September 2013 werden in der KV Info-Veranstaltungen zum Thema angeboten. Eine gute Übersicht über die neuen Ziffern bietet Ihnen:http://www.kbv.de/media/sp/EBM_Weiterentwicklung_Praesentation.pdf
Wichtig ist noch folgendes: Die Gesamtvergütung wird nach Vorgaben der KBV und nach Abzug des Grundbetrages Labor sofort in einen Hausärztlichen und einen Fachärztlichen Vergütungsanteil aufgeteilt. Und neu ist, dass ab dem 1.10.13 auch das HVK, das Honorarverteilungskonto (das ist das Konto, auf dem nicht abgerufenes Honorar und sonstige „Reste“ stehen) in ein Hausarzt- und ein Facharzt-HVK aufgeteilt werden. Geschehen ist das wegen nicht enden wollender Kritik an der vermeintlichen Unübersichtlichkeit eines Kontos.  Obwohl die Geldflüsse auf dem HVK in den Ausschüssen immer präzise aufgeklärt wurden, hatte dennoch jede Gruppe das untrügliche Gefühl, die jeweils anderen würden mehr vom HVK abbekommen, als ihnen zustand. 
Soweit für diesmal.
Mit herzlichen Grüßen, 
Anne-Kathrin Nethe

 

Do

13

Feb

2014

Wussten Sie schon…?

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege!

 

Obwohl das Jahr 2014 schon mit voller Kraft unterwegs ist, möchten wir Ihnen noch einmal ein schönes, spannendes und erfolgreiches Neues Jahr wünschen.

 

Wir wollen Ihre Neugier wecken!

 

Wir – das sind Gerd Praetorius, Anne-Kathrin Ludwig, Michael Neumann und Anne-Kathrin Nethe von der VHI, der Vereinigung Hausärztlicher Internisten in Bremen. 

Wie Sie vielleicht wissen, ist die VHI zusammen mit den Kinder- und Jugendärzten und vielen Allgemeinärzten in der Neuen Hausarztliste organisiert und vertritt erfolgreich hausärztliche Interessen in der KV und der Ärztekammer Bremen.

Außerdem unterstützen wir als Landesverband den Bundesverband Hausärztlicher Internisten BHI, der unsere Interessen auf Bundesebene vertritt und koordiniert.

 

Sicher haben Sie sich schon einmal gefragt, wie bestimmte Entscheidungen in Gremien oder der Vertreterversammlung der KV zustande kommen, warum zu manchen Themen Einigung erzielt werden kann und zu manchen nicht, wo Konfliktlinien laufen und warum. 

 

Eigentlich ist das alles kein Geheimnis – und soll es vor allen Dingen auch nicht sein. 

 

Wir wenden uns heute an Sie als niedergelassene Kollegen und Kolleginnen im hausärztlich-internistischen Bereich, um Ihre Neugier zu wecken für das, was wir Ärzte und Ärztinnen in unserer so genannten Selbstverwaltung bestimmen und gestalten können. 

Und das ist nicht wenig!

 

Wir suchen immer Mitstreiter und Mitstreiterinnen, und wir würden Sie gerne einladen, uns von der VHI beim nächsten Treffen der Neuen Hausarztliste kennen zu lernen. 

 

Unser nächster Termin:  siehe 'Termin-Überblick'.

 

Auf unserer Webseite vhi-bremen.de oder auf neue-hausarztliste.de finden Sie immer die aktuellen Termine unserer nächsten Treffen.

 

Wir möchten Sie ermuntern, uns die Fragen zu stellen, die Ihnen vielleicht schon länger im Kopf herumgehen: Was machen die da eigentlich in der Vertreterversammlung, der Delegiertenversammlung, den Gremien? Wo kann ich meine eigenen Anliegen einbringen und werde gehört? 

Und wir möchten Sie ermuntern, selbst für Ihre Interessen einzutreten und gemeinsam mit netten und gut gelaunten Kollegen und Kolleginnen in der Ärztekammer und KV aktiv zu werden.

 

Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören. 

Nehmen Sie doch über eine der folgenden Mailadressen Kontakt mit uns auf: 

Gerd Praetorius: praetor58@gmail.com , Anne-Kathrin Nethe: anne.nethe@nethe.de oder über eine der Telefonnummern, die Sie hier finden.

 

Bis bald!

 

Ihre

Gerd Praetorius, Anne-Kathrin Ludwig, Michael Neumann, Anne-Kathrin Nethe

 

www.vhi-bremen.de

 
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Di

10

Dez

2013

Zum Konflikt in der KBV...

Liebe hausärztlich-internistische Kollegínnen und Kollegen,

 

wie Sie sicherlich der Presse entnommen haben: In der KBV "brennt der Baum". Zwischen dem 1.Vorsitzenden der KBV Herrn Köhler und der 2.Vorsitzenden Frau Feldmann war offener Streit entbrannt. Frau Feldmann wird von vielen Seiten vorgeworfen, zusammen mit ihren Getreuen eine Spaltung der KV in einen hausärztlichen und einen fachärztlichen Anteil zu betreiben - ein Vorwurf, dem Frau Feldmann widerspricht.

Eine Verständigung sowohl zwischen den Vorsitzenden als auch zwischen etlichen Vertretern aus der Hausärzte- und der Fachärzteseite scheint zur Seite nicht mehr möglich; eine ernsthafte Beschädigung unserer Selbstverwaltung - und damit unserer berufspolitischen Vertretung - droht. (weiter)

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Do

12

Sep

2013

Umfrage zum Hausarzt-EBM

Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen, 

 

der neue Hausarzt-EBM macht uns keine Freude. Zur Belebung der Diskussion stellen wir Ihnen einige Fragen vor, die der Kollege Detlef Bothe von den Hausarztinternisten Berlin zu dem Thema hat.

 

1.) Warum ist das Honorar bei der Neustrukturierung der Versichertenpauschale in 5 Altersklassen für die Altersklasse 5-18 fast 25% höher als für die Altersstufe 19-54 ?

2.) Ist es hausärztlich typisch, längere Gespräche nur bei "lebensverändernden Erkrankungen" zu führen?

Viele, auch jüngere Patienten, verunsichert durch das Internet, bedürfen eines längeren hausärztlichen Gesprächs!

3.) Braucht man für Urlaubsvertretungen keine hausärztlichen Grundstrukturen?

4.) Womit wird eine drastische Honorarkürzung bei Überweisungen innerhalb des hausärztlichen Versorgungsbereichs begründet?

5.) Sind Patienten mit Migrationshintergrund nicht mehr chronisch krank, nur weil Sie vielleicht ein Quartal in ihrer alten Heimat verbringen?

6.) Wieso ist die Abrechnung der Chronikerziffer so kompliziert? Eine Ziffer für einen Kontakt, eine andere für zwei Kontakte, so dass die Ziffer für einen Kontakt eigentlich wieder entfernt werden müsste. 

Ist wirklich niemand auf die Idee gekommen, bei zwei Kontakten die 2. Ziffer einfach als Zuschlag auf die erste zu definieren, also ein Kontakt 03220 (13 Euro), bei zwei Kontakten zusätzlich die Ziffer 03221 (mit 2 Euro bewertet als Zuschlag)? 

Mal abgesehen davon, dass 5-stellige Ziffern unsinnig sind!

Diskutieren Sie mit und schicken Sie uns Ihre Meinung unter info@vhi-bremen.de

Ihre VHI Bremen

Anne-Kathrin Nethe

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Mi

14

Dez

2011

VHI wieder vertreten

Bei der Wahl zur Ärztekammer Bremen im Dezember 2011 sind drei Sitze auf die NEUE HAUSARZTLISTE (Zusammenschluss von Internisten aus BDI und VHI, Allgemeinmedizinern und Kinderärzten) entfallen. Damit ist auch Gerd Praetorius, 1. Vorsitzender der VHI im Lande Bremen, wieder gewählt worden.

Weitere aktuelle Informationen hier...

 

Die Vereinigung Hausärztlicher Internisten im Bundesland Bremen bemüht sich um eine konstruktive und kommunikative Zusammenarbeit mit allen anderen Interessengruppen und Verbänden im Gesundheitsbereich.