Über die VHI Bremen

Die Vereinigung Hausärztlicher Internisten Bremen hat sich am 12. März 2002 aus der Erkenntnis heraus gegründet, dass die Interessen der hausärztlichen Internisten weder durch den facharztdominierten BDI noch durch den BDA ausreichend vertreten werden. Es bestand die Gefahr, zwischen diesen beiden großen Interessengruppen zerrieben zu werden.

 

1. Vorsitzender der VHI Bremen ist seit Beginn Dr. med. Gerd Praetorius, Bremen.

 

Seit 2003 sind Hausärztliche Internisten aus der VHI in zahlreichen wichtigen Gremien und Ausschüssen der Ärztekammer Bremen und der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen (KV) tätig. In der Ärztekammer beispielsweise im Finanzausschuss, in der Akademie für Fort- und Weiterbildung, im Beschwerdeausschuss und im Pressebeirat. In der KV ist die VHI im Hauptausschuss, im Honorar- und Finanzausschuss und im Beratenden Fachausschuss für Hausärztliche Versorgung vertreten.

 

 

Die Ziele der VHI Bremen

Obwohl Hausärztliche Internisten die größte Untergruppe der Fachärzte für Innere Medizin darstellen, eine breite und profunde Ausbildung absolviert haben, einen effektiven und unverzichtbaren Beitrag für die Patientenversorgung leisten, werden sie wirtschaftlich schlechter gestellt als andere Arztgruppen und zudem durch unverständliche Regelungen in ihrer praktischen Arbeit behindert.

 

 Das leisten hausärztliche Internisten

 

Hausärztliche Internisten haben eine langjährige und gründliche Ausbildung, die insbesondere für die Betreuung komplexer Krankheitsbilder eine hervorragende Grundlage schafft.  Der – oft ältere – Patient, der an mehreren Krankheiten leidet (Multimorbidität), ist beim hausärztlichen Internisten in kompetenten Händen; ebenso Patienten mit chronischen Leiden, die regelmäßiger Überwachung bedürfen.

 

Die hausärztlichen Internisten sind auch dafür ausgebildet, Patienten in spezialisierter fachärztlicher Behandlung im Alltag zu begleiten, in Kooperation mit dem Spezialisten, zur Vereinfachung des alltäglichen Ablaufes, in Wohnortnähe und mit unkompliziertem Kontakt.

 

Auch alltägliche Bagatellerkrankungen „können“ hausärztliche Internisten  – und haben nach 6 Jahren Klinischer Weiterbildung auch die Sicherheit, Gefährliches von bloß vorübergehend Lästigem zu unterscheiden.

 

 Hausärztliche Internisten stellen die größte Untergruppe der  Internisten dar.

 

Hausärztliche Internisten stellen auch in Bremen ein Drittel der Hausärzte. Ohne diese Berufsgruppe wäre eine ausreichende hausärztliche Patientenversorgung schlicht nicht möglich.

 

Fachärzte für Innere Medizin spezialisieren sich überwiegend zusätzlich, beispielsweise für Kardiologie, Gastroenterologie, Lungenheilkunde etc.

 

Die Fachärzte ohne weitere Spezialisierung („ohne Schwerpunkt“) sind als Generalisten dagegen für die hausärztliche Tätigkeit bestens geeignet. Die VHI ist ihr Berufsverband.

 

Leider belastet ein Überangebot von niedergelassenen Spezialisten Patienten und Gesundheitssystem mit aufwendigen Untersuchungen – gleichzeitig fehlen breit ausgebildete Internisten ohne Schwerpunkt in der Basisversorgung.

 

Es gilt also, die Attraktivität einer Niederlassung als internistischer Hausarzt zu erhöhen.

 

Unsere Ziele

 

Angesichts der Nachwuchsprobleme in der Allgemeinmedizin wird es nicht möglich sein, die hausärztliche Versorgung ohne hausärztliche Internisten aufrecht zu erhalten.

Es gilt, darauf hinzuwirken, dass Internisten in der Klinik die Tätigkeit als Hausarzt als attraktive Alternative zum überbordenden Spezialistentum wahrnehmen.

 

Aktuell orientiert sich die aktuelle Weiterbildung zum Internisten an den Strukturen und Bedürfnissen der großen Kliniken.

 

Die Integration hausärztlicher Lehrpläne in die internistische Weiterbildung und die Förderung von Weiterbildungsabschnitten in hausärztlich-internistischen Praxen ist erforderlich.

 

Die VHI fordert eine Gleichberechtigung für Internisten bei der Zulassung zur Niederlassung als Hausarzt zu – bisher werden freie Hausarztsitze immer noch bevorzugt an Allgemeinärzte vergeben.  Diese Diskriminierung muss beendet werden! 

 

Inhaltliche Attraktivität bedeutet auch, dass in der Klinik erworbene Fähigkeiten in sinnvollem Ausmaß in der Praxis eingesetzt werden können – technische Leistungen müssen deshalb in der Gebührenordnung darstellbar bleiben und angemessen vergütet werden. 

 

Attraktivität bedeutet auch wirtschaftliche Attraktivität: Die Vergütung muss im Vergleich zu anderen Spezialisierungen und im Vergleich zum Arbeitsaufwand angemessen sein.

 

Es ist kurzsichtig, das Gesundheitssystem auf Kosten der Hausärzte zu sanieren, weil sich der ärztliche Nachwuchs bei unzureichender finanzieller Ausstattung anders orientieren wird. Langfristig wird so eine ausreichende hausärztliche Versorgung torpediert.

 

Erfreulicherweise legen junge Ärzte und Ärztinnen immer mehr Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bei geeigneten Kooperationsformen besteht gerade in der Selbstständigkeit eine große Flexibilität in der Gestaltung der Arbeitszeiten und des Arbeitsumfanges.

Wir treten dafür ein, diese Flexibilität zu fördern, Elternzeiten und längere Berufspausen durch Vertretungen zu ermöglichen und auch im Rahmen der klinischen Weiterbildung größtmögliche Zeitflexibilität zu schaffen.

 

VHI und Berufspolitik

 

Wir engagieren uns in den Gremien der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer.

 

Wir sehen die Kassenärztlichen Vereinigungen als wichtige und erhaltenswerte Interessenvertretung der Ärzteschaft gegenüber den Krankenkassen und der Politik. Als gemeinsame Vertretung der Kassenärzte ist ihre Verhandlungsmacht größer als die einzelner Praxen und Arztgruppen.

 

Wir unterstützen die KV beim Ausgleich der Interessen der verschiedenen Arztgruppen unter besonderer Beachtung der Hausärztlichen und der Hausärztlich-Internistischen Interessen.

 

Wo es sinnvoll und möglich ist,  streben wir die Kooperation mit Hausärzten anderen Werdegangs wie auch mit anderen Arztgruppen an.

 

Auf  Bundesebene stimmen wir unsere Politik mit den anderen Landesverbänden im Bundesverband hausärztlicher Internisten (BHI) ab.

 

Weitere Infos: www.hausarzt-bhi.de